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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gartenfreunde und Genießer,
verehrte Freunde des gepflegten Reisens!
Sie haben hoffentlich den Rutsch ins Neue Jahr sowie das Glatteis im neuen Jahr sturzfrei überstanden und freuen sich auf die neue Reise- und Gartensaison!

Sowohl bei unseren BOCCADO-Reisen als auch unseren HORTIFINA-Gartenreisen legen wir großen Wert auf Kulinarik und Gastronomie.
Anlässlich einer Genießer-Reise im Mai nach Bordeaux haben wir einige wissenswerte Fakten und unterhaltsame Essays rund um das Thema Wein in einem der berühmtesten Weinbauregionen der Welt und andere kulinarische Hochgenüsse im Südwesten Frankreichs für Sie zusammengetragen.

Viel Vergnügen beim Lesen und einem dazu passenden Gläschen Wein!

Stellvertretend für das gesamte BOCCADO- und HORTIFINA-Team grüßt Sie herzlichst

Ihr
about - unterschrift kulosa

INHALT DES NEWSLETTERS

Unsere Weinreise Bordeaux und Bordelais


Weinbaugebiet Bordeaux


Weltstadt des Weinhandels


Spitzenlagen ...


Fusel für den Feldmarschall


Canelés - Die knusprig-weiche Verführung


Schlemmen à la bordelaise

Unsere BOCCADO-Reise nach Bordeaux und ins Bordelais im Mai 2025

Bordeaux, die Hauptstadt des einstigen Herzogtums Aquitaniens, besticht mit Eleganz und architektonischem Reichtum. Die Schöne an der Garonne – UNESCO-Weltkulturerbe – ist zudem die Weinhauptstadt der Welt. „Bordeaux ist unbestritten die schönste Stadt Frankreichs“, schrieb der Dichter Marie-Henri Beyle alias Stendhal und inzwischen hat er wieder recht. Hochherrschaftliche Fassaden erstrahlen in Goldgelb, alles scheint Eleganz zu atmen. Der Marquis de Tourny machte Bordeaux im 18. Jh. zu der Vorzeigestadt, nach der sich Paris neu erfand.
Die alte Hauptstadt des Herzogtums Aquitanien blickt auf eine glanzvolle Geschichte und ist dennoch eine dynamische, hippe Stadt, die sich zudem des Titels UNESCO-Weltweltkulturerbe rühmen darf. Mit der Cité du Vin erhielt die Stadt an der Garonne ein neues Wahrzeichen, das seinem edelsten Produkt huldigt: dem Wein.
Das Weinbaugebiet Bordeaux mit den berühmten Lagen im Médoc, in Pessac-Léognan, Pomerol und Saint-Émilion gilt als Synonym für Weltklasse. Im Becken von Arcachon liegt die Wiege der französischen Austernzucht.

Weinbaugebiet Bordeaux

Das Weinbaugebiet Bordeaux ist mit 118.000 Hektar Rebfläche, bewirtschaftet von 9.820 Winzern, das größte zusammenhängende Anbaugebiet der Welt. Es ist in 57 Appellationen, also Herkunftsbezeichnungen, aufsplittet. Über drei Viertel der Weine aus Bordeaux gehören zu diesen Qualitätsweinen, hat also mindestens die Bezeichnung Appellation Bordeaux Contrôlée. 505 von 542 Gemeinden im Département Gironde sind Teil solch einer Appellation, also eines Gebiets mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung. Das bedeutet jeder Wein aus dem Département hat zunächst einmal die Herkunftsbezeichnung Bordeaux oder Bordeaux supérieur als unterste Hierarchien.
Mehr als die Hälfte des Bordeaux-Weins kommt nicht über diesen einfachen Rang hinaus. Bessere Lagen fallen in eine von fünf regionalen Appellationen, die sich grob gesagt und bezogen auf den Fluss Garonne entweder dem „Linken Ufer“ oder dem „Rechten Ufer“ zuordnen lassen. Saint-Émilion als eines der berühmtesten Weinbaugebiete des Bordelais, aber auch Pomerol, in dem mit dem Château Pétrus die teuersten Weine der Welt produziert werden, gehören zum "Rechten Ufer".
Das Médoc sowie die Weingebiete der Graves und das für seine Süßweine berühmte Sauternes gehören zum "Linken Ufer".
Dominierende Rebsorte für Weine des „Linken Ufers“ ist die Cabernet Sauvignon. Rotweine vom „Rechten Ufer“, also aus Saint-Émilion oder Pomerol, sind auf Basis der Merlot-Traube und somit leichter, fruchtiger und weniger tanninhaltig.
Die Spitze der Hierarchie im Weinbaugebiet Bordeaux bilden die kommunalen Appellationen, d.h. besonders gute Lage innerhalb der subregionalen Appellationen aus denen zwar nur 16 Prozent der Produktion stammen, aber dafür von besonders guter Qualität.
Als Faustregel gilt: je kleiner und enger umfasst eine Appellation ist, umso höher ist die Qualität und entsprechend teurer sind ihre Weine. Je besser die Lage, desto geringer der Ertrag pro Rebstock. Was wiederum schon allein mathematisch den höheren Preis für Wein aus einer kommunalen Appellation gegenüber einer subregionalen oder regionalen Lage erklärt. Faktoren wie längere Lagerung und Reifezeit in Barrique-Fässern sowie die Kosten für ein Fass noch gar nicht mit eingerechnet.
Die Gesamtproduktion aller Bordeaux-Weine beläuft sich durchschnittlich pro Jahr auf 4,1 Millionen Hektoliter oder 559 Millionen Flaschen, was einem Gesamtwert von vier Milliarden Euro entspricht.
Die Voraussetzungen für einen großen Jahrgang im Weinbaugebiet Bordeaux: in der Summe mehr als 3.100 Grad Celsius, mehr als 15 Hitzetage mit Temperaturen von über 30 Grad, eine Niederschlagsmenge von 250 bis 350 Millimetern und mehr als 1.250 Stunden Sonnenschein.

Weltstadt des Weinhandels

Aufgrund der historischen Entwicklung hat Bordeaux nicht nur einzigartige Weine, sondern auch ein einzigartiges Handels- und Vermarktungssystem, das sich von allen anderen in Frankreich unterscheidet.

Noch bevor im Bordelais selbst Wein angebaut wurde, war das antike Burdigala ein Umschlagplatz für Wein. Weine aus dem Hinterland kamen nach Bordeaux und wurden in andere Teile der Römischen Imperiums verschifft.

Erst Mitte des 1. Jh. n. Chr. wurden die ersten Rebstöcke im direkten Umland von Bordeaux gesetzt. Die Weine aus den ersten nicht-mediterranen Weinbergen der Welt wurden zur Versorgung der Legionäre nach Britannien geliefert.

England war auch im Mittelalter Hauptabnehmer für Wein aus Bordeaux. England schrie nach Wein und Bordeaux lieferte. Jährlich wurden 800.000 hl Wein exportiert, mehr als die Hälfte allein nach England.

Weine waren damals nicht lange haltbar, da sie in Kontakt mit Luft schnell oxydieren und zu Essig werden. Sie mussten also schnell konsumiert werden. Kamen sie später auf den Markt, war die Gefahr groß, dass sie bereits gekippt waren. Erst Ende des 17. Jh. entdeckte man, dass durch Behandlung der Fässer mit Schwefel, genauer gesagt Schwefeldioxid, der Wein haltbarer wurde. Auch heutzutage wird jeder Wein geschwefelt. Ungeschwefelter Wein würde muffig riechen, fade schmecken und wie braunes Abwasser aussehen.

Kaum verbreitete sich die Kenntnis um die Fassschwefelung stiegen die Bordelaiser Weinhändler in das Geschäft ein. Auch das Potenzial des Médoc erkannten sie schnell. Sie investierten in große Güter und brachten die neuen Médoc-Weine auf den englischen Markt. Kurzum: das Geschäft blühte wie nie.

Der florierende Weinhandel wurde zwar nicht von der Revolution beeinträchtigt, doch die napoleonischen Kriege, insbesondere der Handelskrieg gegen die Engländer mit der Seeblockade, waren eine Katastrophe für die Négociants, wie man die Bordelaiser Weinhändler nennt.

Erst Mitte des 19. Jh. kam der Weinhandel wieder in Schwung. Die anlässlich der Weltausstellung 1855 vorgenommene Klassifizierung legte die Hierarchie der führenden Châteaux fest und löste eine regelrechte Spekulationswelle aus, die – mit Unterbrechungen – bis heute anhält.

Spitzenlagen ...

Médoc

Die regionale Appellation Médoc beschränkt sich auf einen schmalen, 50 km langen und max, 15 km breiten, Streifen entlang des Südufers der Gironde. Sechs Gemeinden gehören zur Spitzenliga der kommunalen Appellationen: Margaux, Moulis-en-Médoc, Listrac-Médoc, Saint-Julien, Pauillac und Saint-Estèphe.
Kieskuppen auf einem Unterboden aus Lehm, Kalk und Sand sowie das der Gironde zu verdankende besonders milde, aber wechselhafte Mikroklima machen die Region zum idealen Terroir für Weinanbau.
Je dicker die Kiesschicht, desto mehr müssen sich die Wurzeln der Rebstöcke anstrengen, um dem Grundwasser näher zu kommen. Die Folge: umso kräftiger und komplexer, also kurzum besser, sind die Weine. Daher liegen aber oft nur wenige Meter zwischen Spitzenweinen und „normalen“ Weinen.

Saint-Émilion und Pomerol

Nördlich der Dordogne befindet sich das regionale Weingebiet des Libournais, zu dem das berühmte AOC-Gebiet Saint-Émilion gehört. Kaum minder bekannt ist die Appellation von Pomerol, in dem das Château Pétrus den teuersten Wein der Welt produziert.

Graves und Sauternes

Wie der Name der Weinregion Graves besagt, sind die Böden aus Kiesen aufgebaut. Die Unterböden bestehen hauptsächlich aus Sand und Ton. 75 % des Gebiets sind mit Rotweinreben bestockt, die restlichen 25 % entfallen auf den östlichen Teilbereich des Sauternais. Die subregionale Bezeichnung bezieht sich auf den Weinbauort Sauternes, der besonders berühmt für seine Süßweine ist. Die Hauptrebsorte der roten Graves-Weine ist Merlot, Sauvignon Blanc für trockene Weißweine und Sémillon für die edelsüßen Weine des Sauternais.

Fusel für den Feldmarschall

Dass in Frankreich jemals Weinmangel bestanden haben könnte, vermag man sich kaum vorzustellen. Doch tatsächlich saß man 1944 auf dem Trockenen. Generalstabsmäßig hatten die Nazis Frankreichs Weinlager geplündert. Feldmarschall Hermann Göring, selbst Weinliebhaber, wusste genau um den Wert von Frankreichs Weinen und setzte vom ersten Tag des Überfalls alles daran, diesen Schatz in seine Hände zu bekommen. Es wird berichtet, dass er Château Lafite-Rothschild zu seinem persönlichen Besitz machen wollte.
Sogenannte „Beauftragte für den Weinimport“ wurden in den drei bedeutendsten und renommiertesten Weinregionen Champagne, Burgund und Bordeaux eingesetzt.
Um sicher zu stellen, dass nur gute Tropfen geliefert würden, machte man Weinhändler als Experten zu solchen „Weinführern“. Diese waren aber, wie der Bremer Heinz Bömers, der für das Bordelais zuständig war, mit vielen französischen Winzern seit Jahren befreundet, hatten enge persönliche Beziehungen aufgebaut. Daher dachten die Weinführer gar nicht daran, ihren Befehl blindlings auszuführen.
Bömers, dessen Familie einst selbst Weinberge in Bordeaux besaß, nutzte seine guten Kontakte, um seine „Bosse“ in Berlin ein ums andere Mal auszutricksen. Als eines Tages die Anweisung kam, Göring einige Kisten Mouton-Rothschild zu schicken, rief er im Château an und bat darum, man möge ihm einige Etiketten zu schicken. Diese klebte er auf Flaschen mit billigem Fusel und schickte diese dann an den Feldmarschall, den Bömers verachtete und des edlen Tropfens nicht für wert hielt. Eine andere beliebte Methode, um den deutschen Besatzern billigen Wein als alten Bordeaux anzudrehen, war die Staubalterung. Man sammelte dabei den Staub, der sich in alten, antiken Teppichen angesammelt hatte und verteilte ihn an die Restaurants, die ihn auf Flaschen minderer Qualität stäubten, die dann als „schöner, alter Bordeaux“ angepriesen wurden. Doch bei allem Geschick war nicht zu verhindern, dass die Weinbestände dezimiert wurden. Rund 320 Millionen Flaschen wurden während der Besatzungszeit Jahr für Jahr ins NS-Reich geschickt. Doch immerhin konnten durch kleine Tricks die besten Partien französischen Weins gerettet werden. Zudem wurde, in den ersten Kriegsjahren zumindest, so manch gute Flasche dem Zugriff durch Eigenkonsum entzogen. „Noch eine Flasche weniger für die Deutschen“ war ein beliebter Trinkspruch während der Besatzungszeit. Eine himmlische Belohnung gab es für den Einsatz zur Rettung des nationalen Stolzes überdies: der Jahrgang 1945 wurde zu einem der besten seit Menschengedenken.

Canélés - Die knusprig-weiche Verführung














Zu den vielen Klöstern im Süden von Bordeaux gehörte der Couvent des Annonciades, der Konvent der Annuntiatinnen. Die Schwestern des 1502 gegründeten Marien-Verkündigungs-Ordens schufen im 18. Jh. ein Gebäck, das wie sonst keines mit Bordeaux verbunden wird: die Canelés oder Cannelés. Innen weich und zart mit einem Puddingkern, außen mit einer dicken, knusprigen, karamellisierten Kruste, ein Hauch Rum, dazu Vanille. Der Legende zufolge sollen die Ordensschwestern das Küchlein erfunden haben, um die Armen zu speisen und nutzten dazu ein ‚Abfallprodukt‘, das in Bordeaux vielfach anfiel, nämlich Eidotter.
Da man Eiweiß sowohl zum Klären von Wein wie zum Reinigen von Rohrzucker benötigte, blieb tonnenweise das fettreiche, nahrhafte Eigelb übrig. Auch an der früher so teuren Zutat Zucker bestand in Bordeaux, dank des schmutzigen Geschäfts mit Sklaven, kein Mangel. Rum kam nebenbei auch fassweise in die Stadt. Flugs noch etwas Milch, Butter und Mehl besorgt und schon hat man alle Zutaten für die Canelés. Unverwechselbar sind Mini-Kuchen durch ihre Form. Wie kleine Gugelhupfe sehen sie aus, zylinderförmig mit zwölf senkrechten, konkaven Kanneluren wie die Rillen am Schaft einer antiken Säule oder an den Säulen des Grand Théâtre von Bordeaux. Von diesen Rillen soll das Gebäck auch seinen Namen haben.

Schlemmen à la bordelaise

Die Kultur einer Region zeigt sich in vielen Erscheinungsformen und nicht nur in ihrer Baukunst oder anderen Bereichen der „Schönen Künste“, sondern auch in ihrer Esskultur. Gerade auf diesem Gebiet haben Bordeaux und das Bordelais einiges zu bieten. Bordeaux ist nicht nur das Paradies der Weinliebhaber, sondern auch der Feinschmecker.
Nicht zuletzt nennt man die Region Aquitanien das „Land der tausend Genüsse“. Das ehemalige Herzogtum profitiert dabei von seinen einst weitläufigen Besitztümern, die nach Norden bis zur Loire, nach Süden bis zu den Pyrenäen reichten.
Die Heidelandschaft der Landes, die vor der Haustür Bordeaux‘ liegt, ist berühmt für Enten- und Gänseleber. Auch Karotten und Spargel kommen aus den Landes mit ihren sandigen Böden. Die fruchtbaren Böden und das warme Klima begünstigen den Anbau von Obst und Gemüse in vielfältigen Variationen. Im Médoc rühmt man das Dorf Macau für seine Artischocken.
Durch die Nähe zum Meer gehört frischer Hochseefisch ebenso auf eine typisch Bordelaiser Speisekarte wie Fische aus den Flüssen und Austern aus dem Becken von Arcachon oder dem nördlichen Gebiet von Marennes-Oléron.
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