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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gartenfreunde,
verehrte Freunde des gepflegten Reisens!
Der Frühling ist da! - Der Garten ruft! - Auf in die neue Gartensaison!

Wenn Sie sich eine kleine Pause zwischen Rosenrückschnitt und Unkraut jäten gönnen, können wir Sie mit unserem Newsletter zum Thema französischen Gärten und Gärten in Frankreich hoffentlich kurzweilig unterhalten.

Tauchen Sie ein in die fabelhafte Welt des André LeNôtre, in prunkvolle Schlossgärten und grandiose Parkanlagen, in zauberhafte Rosengärten rund um Paris sowie in das blühende Gartenparadies am Ärmelkanal - die Normandie. Vielleicht inspirieren Sie ja unsere Beiträge in diesem Newsletter zu einer Reise nach Frankreich?!

Mit herzlichen Grüßen und einem bon voyage

Ihr
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Im nächsten Newsletter im Mai stellen wir Ihnen Gärten im Süden Englands vor!

INHALT DES NEWSLETTERS

Französische Gärten - Jardins à la francaise


Parterre, Boskett und Wald


André LeNôtre - König der Gärtner und Gärtner des Königs


Königliche Gärten der Île-de-France


Private Gartenparadiese der Normandie

Französische Gärten - Jardins à la francaise

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Mit französischen Gärten bezeichnet man Gärten wie sie zur Barockzeit in Frankreich erstmals entstanden sind. Sie sind der Inbegriff formaler Gartenkunst. Nichts wird dem Zufall überlassen, stattdessen die Natur gebändigt und in die bestmögliche Form gebracht, um – wie die Architektur eines Schlosses – Macht und Wohlstand zu demonstrieren. So gesehen sind sie ein Spiegelbild absolutistischer Herrschaft.
Jacques Boyceau de La Barauderie (1560-1635) wurde zum Wegbereiter des klassischen französischen Gartens, indem er reich ornamentierte Broderien in die Gartenkunst einführte. Die Idee angelegter Gärten entstand aber bereits in Italien im Zeitalter der Renaissance.
Durch die Italienkriege gegen die Habsburger im ausgehenden 15. Jahrhundert entdeckten die französischen Könige die neue Kunstform. Karl VIII. war begeistert von den unvergleichlichen Gärten, die ihm wie das Paradies auf Erden vorkamen. Um sich den Traum solcher Gärten in seiner französischen Heimat zu erfüllen, warb er den Priester und Landschafts-architekten Pacello da Mercogliano (um 1455-1534), den „berühmtesten Gärtner in ganz Europa“ an und brachte ihn 1495 nach Frankreich.
Mit dem französischen Wort für ‚Stickerei‘ meint man kunstvoll angelegte Ziermuster aus in Form geschnittenen Sträuchern, vor allem Buchshecken, hervorgehoben durch Kiesflächen.
Ein Barockgarten ist stets streng geometrisch gestaltet. Eine zentrale Sichtachse, die scheinbar bis zum Horizont reicht und damit Macht und Erhabenheit ausdrückt, ist die Achse an der sich alle Elemente symmetrisch spiegeln.
Alle Elemente eines Gartens à la française, wie man Barockgärten auch nennt, sind parallel oder rechtwinklig und in regelmäßigen Abständen zueinander angeordnet.
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Kanäle, Wege oder Bassins bilden die Nebenachsen. Brunnen, Wasserspiele, Grotten oder Statuen setzen Akzente.
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Idealerweise sollte der Garten auf einen Blick zu erfassen sein und wurde daher langgestreckt angelegt, so dass man von der obersten Terrasse die Gesamtanlage überblicken konnte. Von den Seiten gibt es keinerlei Ablenkung. Der Barockgarten sollte ein repräsentativer Ort sein, der einen erhabenen Rahmen für luxuriöse Feste aller Art bot.

Parterre, Boskett und Wald

Das Parterre ist als Übergangsbereich vom Schloss zum Garten besonders aufwändig gestaltet, sollte die terrassenartige Fläche doch von der Bel Etage aus einen überwältigenden Blick bieten. Broderien sind dabei der gestalterische Höhepunkt des Barockgartens. Blumenrabatten werden von beschnittenen Buchsbaumhecken eingerahmt, die oft in Form verschlungener Arabesken und Voluten gestaltet sind.
Wasserspiele setzen im Parterre kleine optische Höhepunkte. Mit der Entfernung zum Schloss nehmen Blumenbeete ab und werden durch ornamentale Rasenflächen und größere Wasserbassins abgelöst.
Weiterer Bestandteil eines Barockgartens ist das Boskett. Abgeleitet vom französischen Wort für ‚Wäldchen‘ ist es der niederwaldartige Heckenbereich des Gartens. Dichte, in geometrisch exakte Formen beschnittene Hecken bilden einen grünen Kontrapunkt zur Architektur des Schlosses.
Diese Lustwäldchen, wie Bosketten auch genannt werden, dienten als Irrgärten, als Rahmen für Pavillons oder Menagerien, als offene Konzertsäle oder für Theateraufführungen. Skulpturen in den Parterren oder in den Bosketten stellen zumeist Helden und Götter aus der antiken Mythologie dar, deren Tugenden dem Besitzer des Gartens zugeschrieben werden sollten.
Von den Bosketten führen Wege in den dritten Bereich eines Barockgartens, den Wald. Weitläufige Alleen konnten bequem mit Kutschen befahren werden, aber in erster Linie diente der Wald dem Hauptvergnügen der Hofgesellschaft, nämlich der Jagd.

André LeNôtre - König der Gärtner und Gärtner des Königs

Der wohl bedeutendste französische Gartenarchitekt war André Le Nôtre, der am 12. März 1613 in Paris als Sohn des Ersten Gärtners der Tuilerien zur Welt kam. Nach einem Kunststudium bei Simon Vouet und einem Architekturstudium bei François Mansart wurde er mit 22 Jahren zuerst Chefgärtner bei Gaston d'Orléans, dem Bruder von König Ludwig XIII., zwei Jahre später folgte er dem Vater in die Tuileriengärten.
Der Finanzminister Nicolas Fouquet holte ihn 1656 in den Süden von Paris, damit Le Nôtre beim Neubau seines Anwesens Vaux-le-Vicomte die Gärten gestalten sollte, während Louis Le Vau mit dem Bau des Schlosses und Charles Le Brun mit dessen Innengestaltung betraut wurde. Die Zusammenarbeit der drei Gestalter ging Hand in Hand und insbesondere Le Nôtre revolutionierte damit die Gartenkunst in Europa. Nichts überließ er dem Zufall und ordnete alles der Perpektive unter. Schloss und Park bilden eine Einheit, spielen zusammen. Ein System von axialen Bezügen gliedert die Anlage. Le Nôtre hat die Grenzen des Garens gesprengt und zum Horizont erweitert.
Als König Ludwig XIV. zur legendären Einweihungsparty von Vaux-le-Vicomte am 17. August 1661 erschien, ist er fast vor Neid geplatzt. Fast stande pedes engagierte der Sonnenkönig das kongeniale Architekten-Trio und beauftragte sie mit der Umgestaltung von Versailles von einem kleinen Jagdschlösschen zum monumentalen Nabel der Welt!
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Le Nôtres Garten- und Parkanlage wurde zum Vorbild für prächige Schlossgärten in ganz Europa
André Le Nôtre legte neben Versailles nebst Trianons die Gärten der Schlösser von Meudon, Saint-Cloud, Sceaux, Chantilly und Saint-Germain-en-Laye an. Aber nicht nur im Umland von Paris wirkte er. Von 1678 bis 1679 war er in Italien tätig.
Im Auftrag des englischen Königs Karl II. legte er die Gärten von Greenwich und den St. James's Park in London an.
Am 15. September 1700 starb Le Nôtre in Paris in seinem Haus nahe der Tuilerien.

Königliche Gärten der Île-de-France

Immerhin 40 Gärten der Region Île-de-France, also in Paris und im Pariser Umland, wurden mit dem Gütesiegel Jardin remarquable - sehenswerter Garten - ausgezeichnet. Darunter natürlich die Gärten von Versailles und die Tuileriengärten in Paris...

... aber auch unbekanntere Schlossgärten und schöne Privatgärten. Ein Geheimtipp versteckt sich im Bois de Boulogne: der Parc de Bagatelle. Er ist einer von 4 Standorten des Botanischen Gartens der Stadt Paris und beherbergt einen herrlichen Rosengarten.

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Auch die Roseraie du Val-de-Marne am Rande von Paris in L’Haÿ-les-Roses ist unbedingt sehenswert.

Der 1899 angelegte Rosengarten beherbergt über 3.000 Rosensorten!

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In Malmaison hatten Napoleon und Kaiserin Joséphine ihr Liebesnest eingerichtet. Nachdem sich der Kaiser wegen ihrer Kinderlosigkeit von ihr trennte, widmete sich Joséphine ihrem Garten und insbesondere ihren Rosen.

Besonders viele königliche oder zumindest hochherrschaftliche Gärten gibt es im Pariser Westen in den Départements Hauts-de-Seine und Yvelines, lagen die Schlösser doch auf dem Weg nach Versailles. Saint-Cloud war der Wohnsitz von "Monsieur", dem Bruder des Sonnenkönigs, und dessen Frau Lieselotte von der Pfalz.

In Sceaux, berühmt durch die ausgeklügelten Wasserspiele, die Le Nôtre anlegte, residierte Colbert, der mächtigste Minister des Königs.

Rambouillet wurde nicht nur als das Schloss, in dem König Franz I. 1547 starb und als Privatresidenz für Ludwig XVI., berühmt, sondern auch als Sommerresidenz der französischen Präsidenten sowie als Gästehaus Frankreichs. 1975 fand der erste G6-Gipfel im Schloss statt.

Königliche Residenzen defanden sich desweiteren in Saint-Germain-en-Laye und in Marly.

Im Pariser Südosten, im Département Seine-et-Marne, liegt nicht nur der berühmte Schlosspark von Vaux-le-Vicomte, sondern auch das königliche Schloss mit Le Nôtre-Garten Fontainebleau, wohin der Hof auswich, wenn einmal im Jahr in Versailles das Großreinemachen anstand.

Champs-sur-Marne, Chamarande, Courson, Courances ... die Liste der Jardins remarquables ist noch lang.

Unter den Privatgärten stichten besonders Saint-Jean-de-Beauregard wegen seines herrlichen Gemüsegartens hervor. Gemüse und Zierblumen bilden in den geometrisch angelegten Beeten eine harmonische Einheit.

(Noch) nicht gelistet und dennoch sehenswert ist der Garten von Schloss Saussay, der im 19. Jh vom Meistergärtner Achille Duchêne gestaltet wurde.

Private

Gartenparadiese

in der Normandie
















Dank des Golfstroms gedeihen an der Ärmelkanalküste Pflanzen in größter Vielfalt und Üppigkeit. Mauern und Hecken schützen die Gärten vor dem oft strengen Westwind, dadurch können auch Palmen
und tropische Gewächse bestens gedeihen. Romantische Rosengärten, prachtvolle Schlossgärten, weitläufige Landschaftsparks, Künstler- und Skulpturengärten, prämierte Gemüsegärten
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- die Spannweite ist groß. Nicht weniger als 37 Gärten in der Normandie sind mit dem Label Jardin remarquable ausgezeichnet. Mit Ausnahme des Botanischen Gartens in Caen sind die Gärten durchwegs private Gartenrefugien und Zeugnisse der Passion ihrer Besitzer.
Einer der bedeutendsten Gärten der Normandie ist der Bois des Moutiers (Seine-Maritime). Haus und Garten wurden um 1900 von zwei Ikonen der englischen Architektur und Gartenarchitektur gestaltet: Sir Edwin Lutyens und Gertrude Jekyll.
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Nach jahrelanger Vernachlässigung wurde der Garten von den neuen Besitzern fast fünf Jahre lang restauriert und erstrahlt seit 2024 wieder in altem Glanz.
Zu den berühmtesten und meist besuchten Gärten der Normandie gehört Monets Garten in Giverny (Eure). Rund um eine alte Apfelfarm, die er seit 1883 bewohnte, erstrahlt der Clos Normand vom Frühjahr bis spät in den Herbst in einem bunten Blütenmeer.
Nachdem er Land hinzu kaufen konnte, legte Claude Monet seinen berühmten Seerosenteich an, der ihm Inspirationsquelle bis zu seinem Lebensende 1926 war. Mehr als 250 Werke umfasst die Serie seiner Seerosen-Bilder.
Zu den abwechslungsreichsten Gärten der Normandie gehören mit 22 verschiedenen Gartenzimmern auf 4 ha die Jardins du Pays d'Auge (Cavados).
Rund um einen Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert hat die Landschaftsarchitektin Chantal Lajard-Gasson für Armelle und Jacques Noppe ab 1994 die Gärten gestaltet. Die alten Gebäude setzten malerische Tupfer im Gelände.
Kaum minder variationsreich sind Gärten von Marilyn und Michel Tissait, die sie nach ihren Töchtern Jardins Valérianes benannt haben. Der Weg ins Hinterland der Alabasterküste nach Bosc-Roger-sur-Buchy (Seine-Maritime) lohnt sich allemal!
Prinz Khayali, der ursprünglich aus Syrien stammt und jahrzehntelang als Kardiologe in Paris arbeitete, machte nach seiner Pensionierung aus Château Mesnil-Geoffroy (Seine-Maritime), einem typisch normannischen Herrenhaus aus dem 17. Jh., seinen Alterswohnsitz und aus dem Garten den größten Rosengarten der Normandie.
Nicht weniger als 2.900 Rosenstöcke von 2.000 verschiedenen Rosensorten hat der Prinz in seinem Garten. Duftrosen und Parfums sind die Leiden seiner Frau Anne Marie.
Der 10 ha große Schlosspark wurde im 17. Jh. ursprünglich von André Le Nôtre entworfen.
Auch Madame Gloria Labellegarde setzt in ihrem Garten Jardin d'Angelique (Seine-Maritime) auf die Rose. In Erinnerung an ihre früh verstorbene Tochter hat sie nicht nur den Garten benannt, sondern auch eine eigene Rose züchten lassen. Die rüstige Dame (über 80!) kümmert sich noch immer alleine um ihr blühendes Paradies.
Der Gartenarchitekt Alexandre Thomas setzt hingegen v.a. auf die Schmucklilie. Sein Jardin Agapanthe (Seine-Maritime) ist sein privates Labor, in dem er experimentiert und immer wieder umgestaltet. Mal sind es neue Wege, mal neue Wasserelemente, mal neue Materialien ...
Als wäre Etretat (Seine-Maritime) mit seinen spektakulären Kreidefelsen an der Alabasterküste nicht schon reizvoll genug, bekam das Städtchen, in dem Monet malte und Maurice Leblanc seinen Meisterdieb Arsène Lupin erfand, mit den Jardins d'Étretat eine weitere Attraktion.
2015 entdeckte der Landschaftsarchitekt Alexandre Grivko das Anwesen, das Anfang des 20. Jh. einer Schauspielerin gehörte, und gestaltete die Gärten als Hommage an Madame Thébault. Mehr als 50 Künstler haben ihre Spuren, sprich ihre Kunstwerke wie die "Regentropfen", hinterlassen.
Der Pariser Rechtsanwalt Papillard erwarb 1965 das Château de Vascoeuil (Eure). Da er u.a. Verträge für Künstler wie Salvador Dalí aushandelte, wurde sein Interesse für moderne Kunst geweckt. Sein Wochenendsomizil in der Normandie wurde zum Hort seiner Leidenschaft für Skulptur.
Zu den berühmtesten Schriftstellern der Normandie gehört neben Gustave Flaubert der 1850 auf Schloss Miromesnil (Seine-Maritime) zur Welt gekommene Guy de Maupassant. Der Gemüsegarten im Schatten des Schlosses ist der schönste Nutzgarten der Normandie.
Weitere hochherrschftliche Anwesen mit preisgekrönten, sehenswerten Gärten:
Château de Champs de Bataille (Eure) mit seinen französischen Barockgärten - das normannische Versailles!
Château de Vendeuvre (Calvados) mit drei Gärten, darunter ein Wassergarten mit vielen Überraschungen.
Höhepunkt des seit dem 18. Jh. unverändert erhaltenen Château de Canon (Calvados) sind 13 ummauerte Gärten.
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Bei Bayeux (Calvados) liegt das Château de Brécy aus dem 17. Jahrhundert mit seinen terrassenförmig angelegten Barockgärten. Klein, aber fein sind die Parterren gleich hinter dem Schloss.
Auch wenn - noch nicht - zum Jardin remarquable ernannt, doch sehenswert: Abtei Saint-Georges in Saint-Martin-de-Boscherville (Seine-Maritime) abgeschlossen. Erst jüngst wurden die langjährigen Arbeiten zur Wiederherstellung des Klostergartens abgeschlossen.
Madame Sainte-Beuves Garten Jardins de Castillon (Calvados) hat die Auszeichnung hingegen schon vor etlichen Jahren erhalten.
Mehr als 2.000 Pflanzen- und Baumsorten verteilen sich auf verschiedene Themengärten. Zahlreiche Wassergärten, Topiari, Mixed Borders bieten immer wieder überraschende neue Ansichten.

Unsere Reisen zu den Gärten in der Île-de-France und der Normandie

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